Georgien – ein Land mittendrin.

Was ich wusste von Georgien – war ein Klischee, dass ich in der Schulzeit mitbekommen hatte – grusinischer Tee macht hundert Jahre alt. Grusinien, die russische Bezeichnung für ein Land, das längst selbständig ist. Ein Land, das ich endlich besucht habe.

Dreieinhalb Stunden Direktflug von Wien. Bereits in der Luft ist man gefangen von der grandiosen Landschaft des Großen Kaukasus, die man weithin sehen kann.
Groß und mächtig türmt sich das bis zu 5068m hohe Gebirge im Norden Georgiens und bildet die Grenze zu Russland – das Schwarze Meer trennt das Land gen Westen und im Süden schmiegen sich die Türkei und Armenien, sowie Aserbaidschan im Osten an die Ausläufer des Kleinen Kaukasus. Gerade einmal so groß wie Bayern und so vielfältig.

Landschaften, Menschen verschiedener Völkerschaften, kleine Bergdörfer, einsame Klöster und das pulsierende Leben in Tbilisi – all das ist eine unwiderstehliche Mischung- der man bereits in den ersten Augenblicken erliegt.
Man kommt rasch ins Gespräch mit den Georgiern – Russisch funktioniert tadellos – Englisch ebenfalls – im Tourismusbereich wird erstaunlich viel Deutsch gesprochen. Freundliche Menschen – herzlich und extrem gastfreundlich, stolz und mit einer Aura glücklicher Gelassenheit, die man als Westeuropäer bereits verlernt hat.

Künstler in Landschaft
Künstler in Landschaft

Ich habe in dem Land Dinge wieder entdeckt, die ich fast vergessen hatte. Da gibt es Obst und Gemüse, das nicht nach europäischen Normen wächst, sondern natürlich. Und das schmeckt man. Überhaupt – die Kulinarik ist Genuß pur- das Land lebt praktisch von seiner Landwirtschaft – Fleisch, Gemüse, Obst, Wein – sogar Tee wächst in einer bunten Klimamischung – von subtropisch bis alpin ist alles vorhanden.
Chatschapuri – noch warm und duftend nach dem Schafskäse – ein Erlebnis und vielleicht so etwas wie das Georgische Fastfood.

Und dann gibt es noch das Georgien der Künstler – der Maler und Fotografen, die bemerkenswerte Werke schaffen, die bis jetzt ein „hidden secret“ sind. Menschen, die sich mit ihrem Land auseinandersetzen – einem Land, das in den vergangenen Jahren Bürgerkrieg, Grenzkonflikte und Unruhen erlebt hat – ein Land, das heute zu den 10 sichersten Reiseländern der Welt gehört.

Widersprüche?

Das kleine Land am Großen Kaukasus entwickelt sich – geht seinen Weg. Schafft Neues und bewahrt seine Traditionen. Beides ist es wert – betrachtet zu werden.
Ich jedenfalls werde wieder hinfliegen und noch mehr entdecken.
In dreieinhalb Stunden direkt von Wien aus.

Claudia Uth
http://uawg.eu